Die erste Reit-Ausrüstung „Kleidung“:
Was Dein Kind (und ggf. Du) wirklich braucht
Dein Guide zur ersten Reitbekleidung: Helm, Hose, Stiefel & Co. Spar-Tipps für Mamas, Sicherheits-Checks und was du zum Start wirklich brauchst.
Wie wir zum Ponyführen gekommen sind, habe ich Dir ja bereits in meinem Blogbeitrag erzählt.
Meine große Tochter kam Freude strahlend aus ihrer ersten Schnupperstunde und der einzige Satz, den ich gehört habe, war: „Wann gehen wir endlich wieder hin?“ Die Entscheidung war bei ihr also gefallen.
Was macht man dann als Mama? Man schaut sich um, was wir dafür alles benötigen und durch meine eigene Reiterfahrung hatte ich schon einigermaßen einen Plan. Doch der Markt hat sich heutzutage zu meinen Kindheitserfahrungen verändert und dann schaust du dich um und wirst von Angeboten für Glitzer-Schabracken, High-Tech-Helmen und Lederstiefeln überschwemmt. Gerade als Reit-Mama oder Wiedereinsteigerin stellt man sich die Frage: Was ist wirklich notwendig und was ist nur schönes „Beiwerk“?
Deshalb möchte ich in diesem Artikel mit Dir gemeinsam unser Gedankenkarussell sortieren. Ich zeige dir, welche Erfahrungen ich gemacht habe und was ich daraus gelernt habe. Genauso möchte ich Dir mein erlerntes Wissen weiterzugeben, wie z.B. worauf es beim Reithelmkauf ankommt oder warum Stiefeletten oft die bessere Wahl für Kinder sind.
Die goldene Regel für den Start: „Minimal – aber richtig“
Wenn Kinder (oder Du selbst) mit dem Reiten beginnen, gibt es zwei typische Fallen:
- Zu viel kaufen, bevor klar ist, ob das Hobby wirklich bleibt.
- Am falschen Ende sparen, vor allem bei Passform und Sicherheit.
Die Lösung ist ein Mittelweg: Starte mit einem kleinen, sicheren Basis-Set – und ergänze dann nach Bedarf. Genau so empfiehlt es auch die FN: Für die ersten Stunden reichen Reithelm, enganliegende Hose und feste Schuhe.
Equimami-Tipp:
Auf meiner Shopping-Tipps-Seite sammle ich dir meine liebsten (alltagserprobten) Empfehlungen & Shops
– als schnelle Abkürzung, wenn du nicht ewig suchen willst.
Must-haves – diese 3 Teile brauchst Du wirklich
Sicherheit zuerst: Der Reithelm ist das Herzstück
Das wichtigste Kleidungsstück ist und bleibt der Helm. Hier gibt es für mich keinen Kompromiss. Wusstest Du übrigens, dass ein Fahrradhelm im Reitstall tabu ist, da er für andere Sturzwinkel konstruiert wurde. Und er hilft nur dann, wenn er wirklich passt:
- Er sitzt waagerecht (nicht in den Nacken gekippt).
- Er wackelt nicht, auch wenn Du den Kopf schüttelst.
- Der Kinnriemen ist so eingestellt, dass etwa zwei Finger dazwischen passen (nicht mehr).
- Wichtig: Der Helm muss beim Tragen geschlossen sein (ja, auch beim Ponyführen oder „nur kurz“).
Worauf du beim Kauf achten musst
Beim Reithelm-Kauf solltest Du auf die Norm EN 1384:2023 achten. Dieser Standard ist eine europäische Norm, die Sicherheitsanforderungen für Reithelme definiert. Sie ersetzt frühere Versionen dieser Norm, wie z.B. VG1 01.040 2014-12, um mit den neuesten technischen Erkenntnissen Schritt zu halten. (Hersteller kennzeichnen das in der Regel am Helm/Etikett).
Equimami-Tipp: Wenn Du unsicher bist, geh für den Helm einmal in den Fachhandel. Helm-Beratung + Anprobe ist hier Gold wert – gerade bei Kinderköpfen, Brille, viel Haar oder sehr schmaler Kopfform.
Reithelme für Kinder bei Loesdau
Die Basis-Garderobe: Reithose vs. Reitleggings
Auch im Reithosen-Bereich gibt es einfach so viele Möglichkeiten und es wird schnell unübersichtlich. Bei uns zuhause gibt es bereits, unterschiedliche Präferenzen, deshalb habe ich für Dich hier extra eine Differenzierung gemacht.
Meine große Tochter zum Beispiel trägt nur Reitleggings. Sie mag das Gefühl nicht am Bauch, wenn dort der Verschluss drückt. Meine kleine Tochter hingegen stört das überhaupt nicht, aber sie trägt einfach viel lieber eine klassische Reithose:
Für Anfänger gilt: Die Hose sollte eng anliegen und keine Falten werfen, damit nichts scheuert oder drückt.
Was ist besser – Reithose oder Reitleggings?
- Reitleggings: oft super bequem, flexibel, schnell „an“. Für viele Kinder ideal.
- Klassische Reithose: robuster, oft etwas „fester“ im Stoff, je nach Modell wärmer.
Dann gibt es bei den verschiedenen Reithosen, auch verschiedene Besatz-Arten (Grip oder Leder):
- Vollbesatz vs. Kniebesatz: Für Anfänger finde ich persönlich den Vollbesatz besser, da er ein sichereres Gefühl im Sattel vermittelt.
Equimami-Tipp: Deshalb mein Tipp für Dich, probiere beide Varianten aus und schaue, was deinem Kind besser gefällt. Kinder sind einfach unterschiedlich und haben unterschiedliche Präferenzen.
Reithosen & Reitleggings für Kinder bei EQUIVA
Reitstiefel oder Stiefeletten + Chaps: Was ist der Unterschied?
Auch hier gibt es wieder eine riesige Auswahl an Möglichkeiten. Es gibt Reitstiefel für den Sommer und für den Winter. Es gibt verschiedene Stiefeletten und Chaps, aber was ist eigentlich er Unterschied? Ich versuche es Dir mal zu erklären:
Reitstiefel (klassisch)
Der Reitstiefel ist ein klassischer, hoher Stiefel, welcher bis unters Knie geht.
|
Vorteil |
Nachteil |
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„Alles in einem“ (Schuh + Schutz fürs Bein) |
Bei Kindern: teuer, weil sie schnell rauswachsen |
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Optisch klassisch, oft stabil |
Passform kann tricky sein (Wade/Spann) – besonders als Erwachsene*r-Wiedereinsteiger*in |
Alternativen für den ersten Schnupper-Start
Wenn es wirklich nur ums „Reinschnuppern“ geht (einmalige Probestunde), fragen viele Reitställe nach „festen Schuhen“.
Equimami-Tipp: Keine Turnschuhe ohne Absatz und keine Sandalen – lieber robuste, knöchelhohe Boots mit kleiner Kante/Absatz, wenn vorhanden. Grund: Sicherheit im Steigbügel und Stabilität beim Laufen am Stall. Warum der Absatz so wichtig ist? Er hilft, dass der Fuß nicht durch den Steigbügel rutscht.
Stiefeletten + Chaps (sehr beliebt für den Start)
Was es ist: Kurzer Reitschuh (Stiefelette) + Chaps als Waden-Schutz (wie ein „Stiefelschaft“ zum Drüberziehen).
| Vorteil | Nachteil |
| Oft günstiger, gerade bei Kindern | Bei Erwachsene*r-Wiedereinsteiger*in lohnt sich die Überlegung direkt einen klassischen Reitstiefel zu kaufen, da das Bein einfach besser fällt. Das sage ich Dir auch aus eigener Erfahrung, denn ich habe doppelt gekauft. |
| Flexibler: Wenn nur ein Teil zu klein wird, tauschst Du nur diesen Teil | Oft unbequem, man schwitzt schnell, wenig Gefühl am Bein |
| Schnell ausziehen, praktisch für Stallalltag |
Zwei Teile, die man anziehen muss. |
Stiefeletten und Chaps bei Loesdau
Nice-to-have, aber sehr sinnvoll
Reithandschuhe
Zwei Dinge werden oft vergessen, sind aber für die Sicherheit und den Komfort essenziell:
Ich bin einfach ein Reit-Handschuh-Fan. Schon immer gewesen, aber ich habe auch durch meine Erkrankung sehr empfindliche Hände. Deshalb bin ich einfach Team “Reithandschuh”.
Gerade Anfänger-Hände sind oft auch empfindlich: Zügelhaltung, ungewohnte Reibung, kaltes Wetter. Handschuhe helfen bei:
- besserem Grip
- weniger Blasen
- warmen Fingern
- zusätzliche Sicherheit beim Führen & Co.
Equimami-Tipp: Sie sind nicht immer „Pflicht“, aber häufig eine kleine Investition mit großem Komfort-Effekt.
Reithandschuhe für Kinder bei EQUIVA
Haare, Schmuck & kleine Sicherheitsdetails
Wenn Dein Kind lange Haare hat: Zopfgummi einpacken. Und ja: Bitte ohne Drama – einfach pragmatisch.
- Haare zusammenbinden, damit nichts ins Gesicht rutscht
- Kein baumelnder Schmuck (Ohrringe, Ketten), nichts, was hängen bleiben kann
Viele Ställe haben dazu klare Sicherheitsregeln – und das ist auch gut so, ansonsten findest Du unter „Freebies“ die Equimami-Stallregeln als Download.
Sicherheitsaspekt: Richtig sitzende Sachen schützen (wirklich)
Das klingt banal, ist aber die Basis: Zu groß, zu locker, zu rutschig ist nicht nur unbequem, sondern kann riskant sein.
- Ein Helm, der verrutscht oder zu locker geschlossen ist, schützt schlechter.
- Schuhe ohne Absatz erhöhen das Risiko, im Bügel durchzurutschen.
Wenn Du nur eine Sache aus diesem Artikel mitnehmen solltest, dann dieses: Passform ist Sicherheit.
Kinder vs. erwachsene Reitanfänger: Was ist wirklich anders?
Bei Kindern
- Wachstum: Kleidung und Schuhe werden schnell zu klein → lieber günstig & flexibel starten.
- Motivation schwankt: Heute „Pferdeliebe für immer“, morgen vielleicht doch Volleyball.
- Passform zählt doppelt: Zu große Sachen stören, rutschen, nerven – und können im Zweifel unsicher werden.
Bei Erwachsenen (Wiedereinstieg)
- Du willst oft schneller „rund“ ausgestattet sein, weil Du bewusster einsteigst.
- Komfort wird wichtiger (z. B. Handschuhe, wetterfeste Jacke, passende Socken).
- Trotzdem gilt: Erst Basics, dann Feintuning – besonders, wenn Du noch herausfinden möchtest, ob Du eher Dressur, Springen, Gelände oder „einfach genießen“ willst.
Die erste Ausrüstung ist der erste Schritt in ein wunderbares Abenteuer. Denkt immer daran: Dein Kind probiert sich aus. Es ist völlig okay, klein anzufangen und nach und nach „aufzurüsten“.
Jetzt kennst du die Basics, die dein Kind (und Du) für den sicheren Start im Sattel wirklich braucht. Aber die nächste Frage drängt sich meistens sofort auf: „Okay – aber wo kaufen wir das alles am besten, ohne zu viel Geld auszugeben?“ Muss es immer der Fachhandel sein oder sind Schnäppchen von Vinted, Kleinanzeigen oder eBay genauso gut? Und woran erkennst du beim Onlineshopping, ob der Helm wirklich sicher ist?
Weil ich weiß, wie voll der Terminkalender von uns Mamas ist, habe ich meine besten Shopping-Hacks, Geheimtipps für Second-Hand-Schätze und eine Liste der verlässlichsten Onlineshops in einen eigenen Beitrag gepackt. So sparst du nicht nur Zeit, sondern auch bares Geld, während dein Kind perfekt ausgestattet ist.
Schau nächste Woche wieder rein – dann verrate ich dir, wie du die Erstausstattung clever und entspannt zusammenstellst!
Alles Liebe und bis bald.
Deine Mimi 🐴🤍
Checkliste Erste Reit-Ausrüstung
Damit du beim ersten Shopping-Abenteuer zwischen Reithelmen und Stiefeletten entspannt den Überblick behältst, habe ich dir alles Wichtige in einer kompakten Checkliste zusammengefasst – inklusive Platz für die ersten Maße deines kleinen Reit-Stars.
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